Chronik von Regnitzlosau von 1234 bis 1799

Erste Besiedlungen unserer Gegend fanden bereits in der Zeit von 2000 bis 1600 v. Christus und später

in der Hallstattzeit ca. 700 bis 500 v. Christus statt. Die Besiedlung in der Hallstattzeit konnte durch

Keramikscheiben beim Ausheben eines Kellers beim Anwesen Inselweg 3 und durch eine Urne

mit Deckschale, gefunden beim Pflügen in Osseck am Wald, nachgewiesen werden. Diese Funde

befinden sich im Museum der Stadt Hof.

 

1234

werden am 26. März in einer lateinischen Urkunde drei adelige Herren ,,de Lasan" (von Losau) als Zeugen genannt: Cunradus de Lasan,, Arnoldus des Lasan, Ciban de Lasan. Danach stiftete Cunradus von Kotzau im Kloster Speinshart ein Seelgeräte für seinen verstorbenen Sohn Albert und schenkte dazu drei Höfe in Gatendorf und einen Hof zu Drogenauwe (Trogenau), ,,in der guten Erwartung, dass die Klosterbrüder bei Gott in ihren Gebeten des geschätzten Sohnes eingedenk sein werden".

 

1294

bezeugt am 6. März dominus Poppo plebanus in Lasan (Herr Poppo Pfarrer in Losau), dass der Vogt von Plauen, Heinrich der Ältere, und sein Sohn Heinrich einen Streit zwischen dem Kloster Speinshart und Konrad Moslerus wegen der Höfe in ,,Gatendorf" und ,,Drogenauwe" schlichtet.

 

1303

werden in Nürnberg in einem Prozeß die Vogteirechte der Moschler zu Gattendorf über Trogenau anerkannt.

 

1322

wurde die Pfarrei Regnitzlosau als selbständige Gemeinde beurkundet, mit welcher die Kapelle in Posseck verbunden ist. Der Kaplan von Posseck sollte ,,ein gewöhnlich gehorsam halten dem Pfarrer zu Losau" der Pfarrer von Losau aber sollte ,,denselben Capellan zu Posseck schützen und ver­weisen in unrechten sachen mit gantzen treuen".

 

1324

erwirbt Konrad von Reitzenstein zu Posseck die Dörfer Nentschau, Schwesendorf und Haag.

 

1340

kommt es am 20. April zu einem Übereinkommen zwischen dem Pfarrer Frobin von Regnitzlosau und dem Ritter Konrad von Reitzenstein zu Posseck wegen der Pfarrei Posseck. Nentschau wird von Regnitzlosau nach Posseck ausgepfarrt und bleibt dort bis 1857. Frobin verzichtet auf ein Gut in Schwesendorf. Das Dorf Haag wird zur Pfarrei Regnitzlosau geschlagen.

 

1348 - 1340

herrscht die Pest in den Dörfern und führt zu einer grausigen Entvölkerung.

 

1356

verkauft der ehrbare Ritter Hans von Weißelsdorf einen Hof in Trogenau an Heinrich von der Grün mit Zustimmung des Vogtes von Weida, Heinrich dem Älteren.

 

1366

wird am 17. März ein neuer Streit zwischen Heinrich Moschler und dem Probst Erhard von Speinshart

beglichen.

 

1373

verkauft Heinrich, Vogt von Weida, dem Burggrafen Friedrich von Nürnberg die Stadt Hof und das Regnitzland.

 

1390

gehören zur Pfarrei Lasan die anhängenden Kapellen in Posseck und Rospach. - In der Hofer Amtsbeschreibung von 1390 sind die vorhandenen Lehen in den einzelnen Orten namentlich und mit ihren Geld- und Naturalabgaben aufgeschlüsselt so dass die Anzahl der bäuerlichen Anwesen in Dreyssendorff, Drogenaw, Hage, Lasan, Nemptczaw, Osseckh an der Regnitz, Prex, Swirsendorff, Viersein und Weintitz genau vermerkt sind.

 

1394

schlichtet Vogt Heinrich der Altere von Plauen einen Streit zwischen Konrad Moschler dem Jüngeren und dem Kloster Speinshart.

 

1402

klagt der Burggraf von Nürnberg gegen den Vogt von Weida wegen der Plünderungen im Regnitzland. Den Dörfern Dreyssendorff, Lasan, Osseck und Viersen wurden durch Brand, Raub und Totschlag großer Schaden zugefügt.

 

1411

besitzt das Kloster Himmelkron Lehen in Draisendorf und Osseck.

 

1413

empfängt am 18. November Elsa Moschler, Gemahlin des Nickel Moschler, von Landgraf Friedrich von Thüringen die Hälfte des Hofes in Lasan, der einst Frobin gehörte.

 

1421

sind die Kapellen in Posseck und Rospach noch mit Lasa (Losaw) verbunden.

 

1423

wird am 8. September in einem Schiedsspruch den Speinsharter Mönchen das Anrecht auf die zehnte Erzfuhre aus den Trogenauer Grundstücken verweigert.

 

1425

wird von einem ,,Hof zu Losau" berichtet.

 

1430

ist mit Gattendorf wohl auch Trogenau von den Hussiten niedergebrannt worden. - Lasan (Losau) muss einmal 25 Gulden und für seine Frühmesse noch 15 Gulden Hussitensteuer aufbringen. Die Kapelle in Posseck zahlt ebenfalls 15 Gulden. Die Kapelle in Rospach haben die Hussiten niedergebrannt.

 

1435

stellen die Speinsharter Mönche ihre Güter in Trogenau ,,unter Schutz und Schirm" der sächsischen Fürsten.

 

1446

wird am 22. Oktober Rüdiger von Sparneck auf Gattendorf mit zwei Höfen in Trogenau belehnt.

 

1450

erwirbt die Bruderschaft St. Michael in Hof von Fritz vom Sande auf dem Klotzenmühl ein Gut und eine Herberge in Losan.

 

1464

geben am 22. Oktober Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht von Sachsen zu Oelsnitz an die Gebrüder von Kindsberg zwei Höfe in Trogenau als Lehen.

 

1464

werden die von Feilitzsch mit zwei Höfen in Trogenau belehnt.

 

1477

ist das Schloss ,,bey der Kirchen" beurkundet.

 

1492

ist der Pfarrer von Losau zuständiger Seelsorger der Kapellen Posseck und Roßbach.

 

1502

gehört der Zehnt links der Regnitz dem Pfarrer zu Losau; der Zehnt rechts der Regnitz gehört zu 1/3 der Pfarrei Hof und zu 2/3 der Frühmesse in Pilgramsreuth. - Ein Gut zu Schwesendorf gibt dem Pfarrer zu Losau die 30. Garbe. Vier Hofbesitzer in Haag sind zur Scharwerksleistung an 6 Tagen des Jahres verpflichtet und entrichten 72 Pf Erbzins.

 

1518

erlassen die Markgrafen Casimir und Georg zu Brandenburg eine neue Halsgerichtsordnung.

 

1523

wird erstmals die Draisendorfer Bruck (Brücke) über die Regnitz erwähnt. Die wichtige Altstraße Hof - Eger verläuft über Draisendorf.

 

1524

tritt Kursachsen seine Hoheitsrechte in Losau, Nentschau und Trogenau an das Haus Brandenburg ab. Seit diesem Jahr verläuft zwischen Nentschau und Posseck die bayer.-sächsische Grenze. Von 1945 - 1989/90 die deutsch-deutsche Grenze, oder auch Zonengrenze genannt.

 

1526

wird in Roßbach das Evangelium verkündigt, wie es Martin Luther predigt. Roßbach wird selbständige Pfarrei.

 

1527 - 1533

wirkt Martin Helfer als 1. evangelischer Prediger in Regnitzlosau.

 

1527

wird die ,,Große Glocke" oder "Friedensglocke" gegossen. Sie läutet in Regnitzlosau die Reformation ein.

 

1529

empfangen die von Feilitzsch zu Nentschau ein Vorwerk und den Graben um das Plochwerk. - Das Vorwerk auf dem Niedernberg wird erstmals genannt.

 

1568

erfolgt der Neubau des seit 1502 baufälligen Pfarrhauses in Regnitzlosau. Die Inschrift an der Nordseite erinnert daran.

 

1569

gelobt Hans Behem aus Regnitzlosau der Stadt Eger Urfehde. Damit verzichtet er auf Rache für die erlittene Feindschaft.

 

1585

wird der Kirchturm ausgebessert und die Mauern wurden ringsumher verputzt.

 

1601

erstmalige Erwähnung eines Schulhauses.

 

1611

den 19. April wird der Schindelmacher Thomas Geyer aus Nentschau bei der Ziegenbrücke in Rehau mit dem Schwert gerichtet, weil er den Mähringer Einwohner Erhard Buschka meuchlings ermordet hat.

 

1615

wurde ein Schulhaus auf dem Grund und Boden der Pfarrei gebaut.

 

1632

wird Paul Schmidt, Metzger, auf der Raitschien beim neuen Häuslein von den Kaiserlichen und Cronachischen Landsknechten erschossen. Die Kaiserlichen plündern das Dorf Regnitzlosau, auch Schloß und Kirche. Das Schul- und Pfarrhaus brennen nieder.

Am 10.06.1632 wurden 32 Häuser, darunter das Pfarr- und Schulhaus, Raub der Flammen.

 

1632

wütet die Pest im Ort.

 

1643

malt Nicol Richter zum Hof für 11 Gulden die große Kirchendecke in Regnitzlosau aus. Neben dem Altar hängt heute ein Gemälde des Markgrafen Christian zu Brandenburg, der den 30- jährigen Krieg überlebte.

 

1660

Schulhausneubau.

 

1667

erfolgt die Erweiterung des Kirchenschiffes um 10 Werkschuh nach Norden. Die Kirchendecke fertigen die Gebrüder Dollwezel.

 

1668

wird ein schönes ,"Orgelwerckli" bei dem Orgelmacher Tobias Dreßel aus Falkenstein bestellt.

 

1669

wird die obere Empore in der Kirche eingebaut und mit Bänken ausgestattet.

 

1672

bemalt Heinrich Andreas Lohe, Kunstmaler in Hof, die Kirchendecke.

 

1677

streicht Wolf Wolfarth, Kunstmaler in Hof, die Weiberstühle, schreibt Namen und Nummern an.

 

1679

wird für die Kirche ein aufziehbarer Taufstein angeschafft.

 

1680

wird eine neue Kanzel angebracht.

 

1684

zerspringt die kleine Glocke und wird in Hof umgegossen.

 

1685

brennt Schloss Niedernberg ab; Eva Barbara von Reitzenstein kommt in den Flammen um.

 

1693

befindet sich auf dem ehemaligen Bollwerk (Turmhügel) in Nentschau ein Garten und Gartenhaus.

 

1701 - 1704

werden Altarraum, Kirchturm und Treppenturm in ihrem heutigen Zustand errichtet.

 

1703

wird am 22. Juni der schändliche Dieb Caßpar Uebel, Schneider in Ludingsbrunn, auf dem Galgenberg bei Nentschau gehängt.

 

1713

wird die östliche Holzdecke in der Kirche von den Schreinern Georg und Andreas Müller eingezogen.

 

1718

wird am 18. Februar Hans Keßler, weil er Herrn von Reitzenstein zu Nentschau unterschiedene silberne Wahren bestohlen, der Strang zuerkanndt" und am Nentschauer Galgen gehängt.

 

1719

liefern Philipp Heinrich von Seitz zu Prex und Johann Nicol Grässel zu Regnitzlosau Löschkalk und Kalksteinquader zum Kirchenneubau in Roßbach.

 

1726

brennen in Regnitzlosau 9 Häuser ab.

 

1735

wird die Henriettenlust von Henriette von Reitzenstein neu erbaut.

 

1741

besitzen die von Reitzenstein das neuerbaute Schloss Nentschau und der ,,Ober- oder Halsgericht Nentschau".

 

1743

wird der barocke Kanzelaltar, geschaffen von dem Bildschnitzer Wofgang Adam Knoll aus Hof, im Chorraum aufgestellt.

 

1744

bemalt Johann Nikolaus Walther aus Hof für 340 Gulden die Ostdecke der Kirche.

 

1745

stiften Johann Kropff, Nicol Rogler und Johann Moll aus Faßmanns­reuth den Taufengel, der ebenfalls aus der Knoll-Werkstatt in Hof stammt.

 

1747

werden Wappen und Monogramm des Markgrafen Friedrich von Bayreuth als Zeichen seines Patronatsrechts über dem Altar an der Ostdecke angebracht. - Johann Christoph von Reitzenstein auf Nentschau kauft das Rittergut Hohenberg und baut von 1750 bis 1752 das barocke Schloss Hohenberg.

 

1752

brennt die Neumühle ab. Der Scheitelstein der geohrten Haustürrahmung, bezeichnet GFK (=Georg Friedrich Künzel) 1752, erinnert an den Wiederaufbau.

 

1758

verehrt Frau Geheimrätin und Generalin von Reitzenstein ein rotes Antependium für den Altar.

 

1779

endet für die Nentschauer Kinder der Schulbesuch in Posseck. Der dortige Pfarrer erlaubt die Anstellung eines geeigneten Maurergesellen zur Unterrichtung der Nentschauer Jugend.

 

1787

wird die Schencke auf der Zeche (Unterzech) von Karl Christian August von Brünningk erbaut (Inschrift: v.B. 1787).

 

1791 / 1792

erfolgt der Neubau des jetzigen Pfarrhauses in Regnitzlosau.

 

Ende des 18. Jahrhunderts

gehören zu Regnitzlosau 3 Rittergüter. Ihr Sitz ist am Hohenberg, Niedernberg und hinter der Kirche. Zu den Rittergütern gehören 88 Häuser mit 513 Einwohnern.

 

 

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