16.07.2019

Pressebericht zur Re-Aktiv-Exkursion „Schutz der Flussperlmuschel an der südlichen Regnitz mit Besichtigung der Aufzuchtstation Huschermühle“

Die südliche Regnitz legt auf ihrem Weg durch den Landkreis von ihrem Ursprung an der „Huschermühle“ bis zu ihrer Mündung in die sächsische Saale bei Neudöhlau 27,8 km zurück. Um die Durchgängigkeit für die Fische zu verbessern hat das Wasserwirtschaftsamt viele der zahlreichen Staustufen beseitigt bzw. umgebaut.

Grossansicht in neuem Fenster: Schutz der Flussperlmuschel an der südlichen Regnitz

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Eine größere Sperre befand sich an der Ausleitung für den großen Stauteich an der „Huschermühle“. Hier hat Flussmeister Hagen Rothemund mit seinem Team im letzten Jahr ein langgezogen „Rauhe Gleite“ aus Kieselsteinen eingebaut. Die größte Herausforderung beim Umbau war eine dauerhafte gesicherte Wasserableitung von 12 Liter/sec in den Mühlkanal. Erst diese Wassermenge ermöglicht den Betrieb der Flussperlmuschel-Aufzuchtsation an der Huschermühle.

 

Im Rahmen der RE-AKTIV-Exkursion konnten 60 Teilnehmer die aktuelle Baustelle des Wasserwirtschaftsamtes am Mühlkanal zur Huschermühle, am ehemaligen Schönungsteich, am Zinnbach und an den Entlastungsgräben des Zinnbachsammlers besichtigen. In einer interessanten Baustellenbegehung durch Flussmeister Hagen Rothemund erfuhren die Teilnehmer wissenswertes über den Bau von Sedimentsperren, die erforderlichen Handarbeit bei der Sicherung der Ufer, die Verwendung von natürlichen Materialien wie Kies, Feldsteinen, Erlen- und Weidenfaschinen beim Bau, die umfangreichen Uferpflege durch abgestufte Ausschnitt- und Mäharbeiten, die Berücksichtigung von verschiedenen Schonzeiten von Fischen, Vögeln, Pflanzen und Bäumen bei den Bauarbeiten, den Zusammenhang von Schönungsteich – Huscherteich - Huschermühlteich, die jetzt aufgetretenen Probleme durch die lang anhaltende Trockenheit mit absinkenden Wasserständen, wo das Ufer nachrutschen kann, Probleme durch Wühlmäuse, Biber und Otter, Probleme durch den Entzug von Wasser durch uferbegleitende Bäume (eine ausgewachsene Birke braucht 500 l Wasser am Tag), die baulichen Maßnahmen des WWA um ein Einschwemmen von Erdreich in die Bäche zu verhindern.

 

Der  Eintrag von Feinsediment ist der „größte Feind“ der Jungmuscheln. Da diese sich nur sehr langsam bewegen können, ersticken sie größtenteils im Schlamm, das Gewässersystem Zinnbächlein – Zinnbach – südliche Regnitz, die jetzt erforderliche Einspeisung von Zusatzwasser in den Zinnbach und die Wichtigkeit von sauberem Wasser in unseren Bächen. Nicht nur für die Flussperlmuschel, sondern explizit für den Menschen, denn wir haben im Zinnbach Trinkwasserqualität, so Hagen Rothemund.

 

Das Interesse an dieser nicht alltäglichen Veranstaltung war so riesig, dass Frau Sandra Hilbig, Ute Hopperdietzel und Sandra Schnabel vom RE-AKTIV-TEAM einen „Aufnahmestopp“ aussprechen musste. Hagen Rothemund und sein Team werden aber auch weiterhin einen engagierten Einsatz zum Schutz der Flussperlmuschel zeigen. Somit konnte bereits jetzt eine Zusage für eine weitere Re-Aktiv-Tour an einem Bach im Rehauer Forst gemacht werden. Nach der sehr interessanten Exkursion durch Flussmeister Hagen Rothemund ging es zur „Huschermühle“ um sich über die Flussperlmuschel-Aufzuchtsation zu informieren.  

 

Text/Bilder: Uwe von Dorn

 

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